In dieser Gasse erklärt der Nachtwächter aus Bentheim auf seinem Runde:

„Hört ihr Leut und lasst euch sagen,

wass sich hier hat zugetragen;

Nachts in unserer alten Stadt,

immer wenn es geregnet hat!“

Kanalisation war im Mittelalter nicht verfügbar. Die Armen hatten ein Loch im Boden im hinteren Teil des Gartens, wo sie ihre Bedürfnisse erfüllten. Als es voll war, mussten die ältesten Kinder in der Familie Kot und Pisse mit Eimern auf die Wiesen bringen, als willkommene Ergänzung zum Tierdung. Die Reichen, die oben auf dem Berg lebten, hatten ein großes Fass, in das gesamte Abwasser geworfen wurde. Wenn der Gutsverwalter des Grafen einen längeren Regen erwartete, wurde die Erlaubnis erteilt, den Stopfen aus den Fässern zu ziehen, damit der Inhalt mit dem Regenwasser frei nach unten fließen konnte. Es regnete jedoch oft kurz und der Kot blieb auf der Höhe der Armenhäuser. Arme Menschen lebten buchstäblich und im übertragenen Sinne in der Scheiße.

*Manfred und ich machen einen Kalender über das Schloss von Bentheim und die Umgebung.